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Der Strelitzer Bürgermeister Eduard Nauwerck

Eduard Nauwerck wurde am 15. Februar 1809 in Neustrelitz geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters konnte er dank einer Schulgeldbefreiung das Gymnasium Carolinum besuchen. Mit 21 Jahren beginnt er mit dem Studium der Jurisprudenz an der Universität Jena. Hier lernt er auch Fritz Reuter kennen, mit dem er einige Zeit zusammen wohnt. Beide schließen sich der Studentenbewegung an und sind kurzzeitig Mitglied der radikalen Burschenschaft „Germania“. Wegen revolutionärer Umtriebe wird Nauwerck in Mecklenburg zu acht Wochen Gefängnis verurteilt. In seiner Heimatstadt arbeitet er dann einige Jahre als Advokat. 1845 bewirbt er sich für das Bürgermeisteramt in Strelitz.

Drei Jahre später wird er Sprecher des Reformvereins, der sich für eine neue Verfassung und Abschaffung des Adels einsetzt. Im Revolutionsjahr steht er zweimal mit an der Spitze der Delegationen, die Petitionen an den Großherzog übergeben. Im Oktober zieht er als Abgeordneter in den Konstituierenden Landtag ein. Große Reden hält er hier nicht, aber er leistet stille, beharrliche Parlamentsarbeit in verschiedenen Ausschüssen. Daniel Sanders bezeichnet Nauwerck als „entschieden demokratisch“. Doch die Demokratiebewegung findet 1849 ein abruptes Ende.

In seinem Bürgermeisteramt gilt Nauwerck als volkstümlich und liberal gemäß seinen linken Überzeugungen. Akten oder die Petschaft bewahrt er zu Hause auf, lässt eigenes Geld in die Stadtkasse fließen, um Defizite auszugleichen. Weich, gutmütig und großzügig bis hin zur Verantwortungslosigkeit - so wird er beschrieben. 1854 heiratet er Minna Tack geschiedene Pauly aus Groß Vielen. Seine 20 Jahre jüngere Frau liebt die gesellschaftliche Stellung und schmeißt das Geld zum Fenster hinaus. In der Ehe werden drei Kinder geboren, die Älteste heiratet später den Baumeister Ferdinand Hustaedt, eine Tochter ist behindert, der Sohn stirbt kurz nach der Geburt. Die familiäre Situation, die zudem noch durch zunehmende Verschuldung geprägt ist, mag wohl dazu geführt haben, dass Nauwerck die Kontrolle über seinen Alkoholkonsum verliert. Als er auch volltrunken in Sitzungen erscheint, drängt ihn Regierungspräsident Bülow zum Rücktritt.

Er richtet sein Abschiedsgesuch an den Herzog und erkämpft noch eine Pension. 1868 stirbt Eduard Nauwerck an einem Lungenleiden.

(Quelle. Die Geschichte des unglücklichen Bürgermeisters von Alt-Strelitz, zusammengestellt von Arnold Nauwerck)