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Bahnhof Strelitz-Alt, eine Zeitreise

In Altstrelitz wird an der Bahnstrecke Oranienburg - Neustreliotz auch bei Winterwetter gearbeitet.Erste Initiativen zum Bau einer Eisenbahnstrecke von Berlin nach Stralsund über Neustrelitz gingen schon im Jahr 1844 von Stralsunder Kaufleuten und Unternehmern aus. Das zuständige preußische Ministerium lehnte dieses Vorhaben noch bis in die 1850-er Jahre ab. Die Stralsunder gründeten die Berliner Nord-Eisenbahn-Gesellschaft und legten 1869 erste Entwürfe für eine Bahnlinie Berlin – Neustrelitz – Stralsund – Arkona vor. Die Staaten Preußen und Mecklenburg-Strelitz erteilten schließlich Konzessionen.

Am 1. Januar 1878 wurde dann der Betrieb auf der neuen Berliner Nordbahn bis Stralsund aufgenommen. Die Strecke wurde in drei Etappen eröffnet:
- 10. Juli 1877: Berlin – Oranienburg – Neustrelitz – Neubrandenburg (134 km)
- 1. Dezember 1877: Neubrandenburg – Demmin (42 km)
- 1. Januar 1878: Demmin – Stralsund (47 km)
Am 1. Juni 1886 wurde dann durch die Eisenbahn- und Dampfschiff Aktien-Gesellschaft Deutsch-Nordischer Lloyd  die 113 km lange Loydbahn  von Neustrelitz über Waren bis Rostock eröffnet. Die vier Jahre später eröffnete Bahnstrecke von Mirow nach Neustrelitz erhielt mit der Verbindung zwischen Bürgerhorst und dem Bahnhof Strelitz-Alt einen direkten Anschluss an die Berliner Nordbahn.
1984 wurde die zweigleisige Hauptstrecke bis Neustrelitz und im weiteren Verlauf in Richtung Rostock elektrifiziert. Der Bahnhof Strelitz-Alt diente zu dieser Zeit als Umspannbahnhof auf der Abfuhrstrecke des Rostocker Überseehafens. Güterzüge aus Richtung Süden wurden hier mit Diesellokomotiven und Züge aus Richtung Norden mit E-Loks bespannt. Die Personenzüge zwischen Oranienburg und Stralsund hielten in Strelitz-Alt. Der Chemiehandel verfügte über einen Gleisanschluss und wurde regelmäßig zur Be- und Entladung bedient.
Nach der Wende wurden viele kleine Bahnhöfe geschlossen. Seit 1995 halten in Strelitz-Alt keine Personenzüge mehr. Das Bahnhofsgebäude, in dem sich einst die Bahnhofsgaststätte befand und zuletzt noch die Aufsicht mit Fahrkartenausgabe beherbergte, steht leer. Eine zukünftige Nutzung scheint derzeit ungewiss.
Mit dem Bau des elektronischen Stellwerkes Fürstenberg 2004 wurde dann auch der Bahnhof Strelitz-Alt gänzlich geschlossen. Die Nebengleise und Weichen wurden ausgebaut, die Bahnsteige abgerissen. Die schon mehrere Jahre zuvor stillgelegte Verbindungskurve nach Bürgerhorst und der Gleisanschluss zum Chemiehandel wurden zurückgebaut. Übrig blieben die beiden durchgehenden Hauptgleise. Die Steuerung des Zugbetriebes wurde durch einen Fahrdienstleiter in Berlin übernommen. Der Bahnübergang wurde ausgebaut und mit einem Fußgängerweg und einer modernen automatischen Schrankenanlage ausgerüstet. Die Wartezeit an den geschlossenen Schranken verringerte sich merklich. Das ehemalige Stellwerk gegenüber dem Spiegelberg und das ehemalige Schrankenwärterhaus am Bahnübergang wurden abgerissen. Hier steht jetzt nur noch ein kleines Botonschalthaus, in dem sich die Technik für die Schrankenanlage befindet. 

(Zu den aktuellen Geschehnissen siehe auch im 8. Kulturkalender 2013.)    

Kommentare  

 
+2 #1 Syndia Schmidt 2013-12-11 19:33
Ich selbst habe in Bahnhof Altstrelitz Fahrscheine wärend meiner Ausbildung verkauft.Wie schön war diese Zeit. Es war so viel Leben dort......um so schmerzlicher wenn ich heute vorbei fahre und sehe was daraus geworden ist. Ich lebe schon viele Jahe nicht mehr in Alt , aber mein Herz ist immer noch hier.
Ich freue mich sehr über Ihre Zeitreise.....
Vielen Dank für diesen Bericht.
Herzliche Grüße aus Hannover
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